Zum wiederholten Mal ein überaus erfolgreicher Jahresabschluss der GEMIBAU

Mittelbadische Baugenossenschaft mit guten Geschäftszahlen und neuen Plänen

 

Die größte Baugenossenschaft in Mittelbaden besitzt rund 2800 eigene Wohnungen, von denen sich die meisten in Offenburg, Lahr, Achern und Oberkirch befinden. Daneben verwaltet die Genossenschaft über 800 Wohnungen für Dritte.
Im Januar 2025 konnte die Genossenschaft ihr 75jähriges Bestehen im Rahmen einer beindruckenden Feier mit den Vertretern/-innen und ausgewählten Partnern aus Wirtschaft, Politik, Handwerk und Mitarbeitenden feiern.
Der Vorstandsvorsitzende Dr. Fred Gresens ging im Rahmen seiner Berichterstattung auf das vergangene Jahr 2025 ein und gab einen Ausblick auf die folgenden Jahre. Besonders hob er die Bedeutung der Baugenossenschaften hervor, die als Garant für bezahlbaren Wohnraum und für eine sozial ausgewogene Stadtentwicklung stehen. In Zeiten geopolitischer Verwerfungen und wirtschaftlich angespannten Lagen sind gerade die Genossenschaften historisch krisenfest, wirtschaftlich rentabel und sozial verantwortlich. Trotz signifikanter Wohnungsnot und hohen Baukosten hat sich das Konzept der Wohnungsbaugenossenschaften nicht nur bestätigt, sondern trägt viel zur sozialen Stabilität in der Region bei.

Kritische Worte zu
Wohnungswirtschaft und Politik

Kritische Worte gab es erneut zu den aktuellen Entwicklungen in Politik und Wohnungswirtschaft. Hauptthema seines Berichtes waren die nach wie vor steigenden Kosten, die Zinsentwicklung und die politischen Rahmenbedingungen. "Nach wie vor hat das Thema Wohnungsbau nicht die notwendige Priorität in der Politik. Auch die Schaffung eines neuen Wohnungsbauministeriums hat nicht dazu beigetragen. Wer sozialen Frieden will, der muss bauen." so Gresens. Und weiter: "In Deutschland hat die Kröte eine bessere Lobby als Menschen, die eine Wohnung suchen." Die Neubau- und Modernisierungstätigkeiten sind aufgrund der gegenwärtigen Eckwerte signifikant eingebrochen Die GEMIBAU werde sich aber weiter als eine der wenigen Genossenschaften im Neubau engagieren.
Mit ihren über 600 eigenen Sozialwohnungen deckt die GEMIBAU in Lahr und Offenburg einen bemerkenswerten Bestand an geförderten Wohnungen ab; in Offenburg gehören rund ein Drittel aller geförderten Wohnungen der GEMIBAU - sie ist damit größter Anbieter.
Trotz anhaltender Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erzielte die Baugenossenschaft einen Jahresüberschuss von über 1,4 Mio.€. Nach Zustimmung der Vertreterversammlung kann wieder eine Dividende von 6% an die Mitglieder ausbezahlt werden.

Das Ziel: bezahlbarer Wohnraum

Mit einer Bilanzsumme von über 155 Mio. €, einer Eigenkapitalquote von über 30 % und über 3800 Mitgliedern ist die GEMIBAU das größte Unternehmen der Wohnungswirtschaft in Mittelbaden. "Unser Ziel ist es - wie schon seit der Gründung vor über 75 Jahren - unseren Mitgliedern bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die GEMIBAU beweist immer wieder aufs Neue, dass die Form der Genossenschaft eines der sozial fortschrittlichsten Wirtschaftsmodelle unserer Zeit ist. Die Genossenschaft steht für regionales Handeln, nachhaltiges Wirtschaften und gelebte Verantwortung." so der Aufsichtsratsvorsitzender Markus Bruder. Mit einer Durchschnittsmiete von 6,22 €/m² liegt die Gemibau deutlich unter den regionalen Mietniveaus in Südbaden. Über 90 % (!) der Wohnungen werden unter dem regionalen Mietspiegel vermietet.

rund 14 Mio. € Invest
in Neubau und Modernisierung

In 2025 hat die Genossenschaft rund 14 Mio. € in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung investiert. Mit diesen Werten befindet sich die GEMIBAU wie schon in den vergangenen Jahren in der Spitzengruppe der Genossenschaften in Baden-Württemberg. Auch für die laufenden Jahre wird ein Schwerpunkt in der Modernisierung des Gebäudebestandes liegen. Nächstes Jahr soll die Modernisierung der drei Hochhäuser in Offenburg-Albersbösch mit über 150 Wohnungen abgeschlossen werden; ebenso die Modernisierung und Erweiterung eines Wohnungsgebäudes in Herbolzheim und in Lahr. Beabsichtigt ist u.a. der Neubau von 30 Eigentumswohnungen in Lahr, die jetzt nach einem langen Diskussionsprozess in die Realisierung gehen sollen; ebenso stehen Grunderwerbe für weitere Projektentwicklungen an.
Vorstand Peter Sachs erläuterte den Vertretern die guten Zahlen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2025. Für 2026 rechnet Sachs ebenfalls mit einem guten Ergebnis trotz der schwierigen Lage der Wohnungswirtschaft. "Wir sind solide für anstehende Aufgaben aufgestellt. Eine besondere Herausforderung werden die anstehenden Neubauaktivitäten und Modernisierungsprojekte der Genossenschaft sein vor dem Hintergrund der Baukosten- und Zinsentwicklung".

Die Vertreterversammlung nahm die gute Ertragslage der Genossenschaft zur Kenntnis. Es wurde der Jahresabschluss 2025 festgestellt, der Geschäftsbericht des Vorstandes und des Aufsichtsrates genehmigt und Aufsichtsrat und Vorstand entlastet.

In der anschließenden konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrates wurden der Offenburger Unternehmer Markus Bruder als Vorsitzender des Aufsichtsrates und die Architektin Christine Mildenberger als Stellvertreterin bestätigt. Altersbedingt schied Alfred Schütz aus Lahr aus dem Aufsichtsrat aus.